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Zwischen OneItIs und wahren Freunden

Nachdem ich letztes Wochenende Jörg am Pfingstfest getroffen habe und mein Gefühlsleben ordentlich aufgewirbelt wurde, war ich wieder da, wo ich dank Jörg bereits einmal gewesen bin: Am Ende. Wieder hing ich mit den Gedanken nur an ihm. Mein letzter Blogeintrag ist der beste Beweis dafür, wie kaputt er mich noch immer machen konnte. Dennoch war ich nicht so am Ende, wie letztes mal. Davon war ich glücklicherweise weit entfernt. Und dann gab es da etwas, was mir unglaublich geholfen hat. Nicht etwas sondern Jemand. Auch nicht nur eine Person, sondern mehrere. Mir wurde so richtig bewusst was für tolle Freunde ich habe. Annie war sowieso die Erste, die ich aufgeklärt habe, dann Dragana und am Mittwoch musste ich einiges an Erzählungen bei Vroni nachholen. Alle sind sie immer für mich da und sagen genau das Richtige. Ich liebe meine Mädels. <3 Scheiß auf jeden Kerl, solang ich meine Freunde hab! Und Spenzer zähle ich da mittlerweile auch dazu. Da wir jeden Tag schreiben und ich ihm immer alles mitteilen muss, weihte ich ihn schließlich auch in mein Erlebnis ein und schickte ihm sogar meinen letzten Blogeintrag. Er sendete mir dann einen Text über OneItIs, der sehr interressant war und vor allem öffnete er mir die Augen. One It Is Ich las mir diesen endlosen Text also durch und schon bei den ersten paar Zeilen kamen mir die Tränen, denn da hieß es: [...]Alles hat am Ende ein Ziel: Selbstwert. Völlig unabhängiger, tief in uns selbst sitzender, unangreifbarer Selbstwert. Völlig frei von allem, frei von Ängsten, Wünschen, Hoffnungen und unserem Ego. Selbstwert. Ein Thema mit dem ich immer wieder zu kämpfen hab, besitze ich selbst doch viel zu wenig davon. Und dann ging es weiter mit Schilderungen wie man eine/n OneItIs definieren kann, wie es sich im Verhalten und Erleben äußert. "Was bedeutet OneItIs? -Frei übersetzt so viel wie "der/die eine", "der/die einzig Wahre". Man bezeichnet damit die Versessenheit eines Mannes auf eine Frau oder andersrum. [...]Alle OneItIs-Arten weisen dieselben Symptome auf, die der Betroffene bei sich feststellen kann: - Man achtet den Mann mehr als sich selbst - Man glaubt nicht ohne ihn auskommen zu können - Man verrät oftmals seine Ideale - Man denkt ständig an den Mann, nahezu ununterbrochen egal wo/wann - Man kann/will sich nichts mit einem anderen vorstellen [...] Die Post-LTR-OneItIS: Die Betroffene schafft es oft auch nach Monaten (ins sehr extremen Fällen, sogar Jahren) nicht, über ihren Ex hinwegzukommen. Es werden meist noch SMS und E-Mails geschrieben, man ruft an, versucht ein Treffen rauszuschlagen, will über alles reden Antworten auf die (meist unnötigen und verzweifelten) Fragen bekommen usw. Auch wenn es dann noch zum Kontakt kommt (oft geschieht dies dann aus Mitleid), hat dieser nie die erhoffte Folge/Wirkung, was jedoch nicht zur Einstellung des Verhaltens führt, im Gegenteil, dieses wird noch schlimmer und kann an die Grenzen der Kriminalität reichen. [...] Der Mechanismus Hinter dem eben erklärten Verhalten steckt ein Mechanismus, der bei allen Formen ähnlich funktioniert. Die Betroffene fühlt bestimmte Gefühle, wenn sie mit dem OneItIs zusammen ist bzw. auf irgendeine Art Kontakt mit ihm hat. Sie selbst sieht nur die guten, es werden Glückshormone ausgeschüttet, man fühlt sich lebendig und lebensfroh. DOch das Zusammensein/der Kontakt mit der Person, hat auch negative Emotionen zur Folge: Verlustangst, Eifersucht, Wut (über sich selber, wenn man etwas tut, was dem OneItIs missfällt) und weitere. Diese treten dem OneItiker jedoch nicht ins Bewusstsein und selbst wenn, gibt sie sich selbst die Schuld für sie. Bei einigen Menschen ist es jedoch auch der Fall, dass sie sehr wohl bemerken, dass sie schlechte Gefühle haben, diese jedoch wollen. [...] Man verbindet mit dem OneItIs also gewollte Gefühle und möchte diesen Zustand beibehalten. Wenn der OneItis dann weg bzw kein Kontakt mehr zu ihm vorhanden ist, setzt man alles daran diese Gefühle wiederzuhaben. Und sieht diesen Mann als einzige Möglichkeit, das zu erreichen. Also kommt man immer wieder zu ihm an, um noch ein bisschen zu fühlen, ein Stück es wie früher zu haben. Man qüalt sich selbst. Der Weg aus der OneItIs [...]Zunächst einmal muss man durch das berühmt-berüchtigteTal der Tränen gehen. Eine Beziehung ist zu Ende. Man hat einen geliebten Menschen (vorerst) verloren, mit dem man (meist) eine schöne Zeit hatte. Auch wenn diese oft nicht so schön war, wie man zu diesem Zeitpunkt glaubt, aber dazu kommen wir später... Bevor man sich also daran machen kann, den OneItIs aufzuarbeiten, sollte man sich der eigenen Trauer hingeben. Man akzeptiert den Schmerz, da er völlig okay ist und einfach dazugehört. Wir lernen hier doch mit und nicht gegen unsere Natur zu leben und wer sich vor diesen Gefühlen verschließt, kann auch keine positiven erleben. Nehmt euch also ruhig eine Auszeit, in der ihr für euch seid. So könnt ihr eurer Wut, Agression, Trauer usw. einfach freien Lauf lassen. Das gehört zum Reifeprozess dazu, sollte aber auch ein Ende finden, bevor man völlig in Selbstmitleid versinkt. Es muss schließlich weitergehen. Meist erkennt man diesen Punkt selber, da man sich anderern öffnen will, vielleicht mal mit einem guten Freund drüber redet oder wieder was mit seinen Leuten unternimmt. Dann ist man auch bald dazu bereit, an dem OneItIs zu arbeiten. Unbedingt zu vermeiden ist Kontakt zu dieser Person! Das führt nur zu Negativem. Akzeptiert, dass es aus ist, auch ohne wissen zu müssen, warum genau das alles so kam usw. [...] 1. Schritt: Ansprüche. Man muss sich selbst einmal fragen, was man für Ansprüche an Männern hat, wie diese sein sollen, warum man mit ihnen zusammen sein will usw. Was macht den OneItIs so einzigartig? Man schafft sich selbst Standards. [...] Dieser erste Schritt hat also mehrere Wirkungen: Der OneItIs wird "heruntergelevelt", indem man sich selbst klar macht, was er eigentlich für Eigenschaften hat und was man denn eigentlich will. Oft trifft die Person die eigenen Standards gar nicht wirklich oder nur kaum. Hier wird auch klar, dass jemand, der noch mitten in der OneItIs steckt, also in der Beziehung mit ihm oder kurz nach der Trennung, sie kaum überwinden kann. Schließlich rechnet sie ihm ja einfach alle Eigenschaften an, die sie an ihm sehen will. "Blind vor Liebe", um dieses Sprichwort zu benutzen.[...] Man findet also raus, was man an Männern will und gibt sich dies selber. Hier wird auch oft angesprochen sich selbst zu lieben. Etwas sehr wichtiges, das aber äußerst schwer zu bewerkstelligen ist. 2. Schritt: Das eigene Leben in die Hand nehmen. Man macht sich also endlich daran, die eigenen Schwächen und Probleme auszumerzen. [...] Man arbeitet also an sich und gibt sich all das selber, was man von Männern will. Bis zu einem Punkt: Dem Wunsch nach Liebe. Das ist ein harter Brocken. Um sich selbst wirklich lieben zu können, muss man erst einmal nämlcih herausfinden, wer man selbst eigentlich ist. Wahrer Selbstwert [...] "Wie würdest du dich fühlen, wenn all deine Freunde auf einmal weg wären?" "Wie würdest du dich fühlen, wenn dann auch noch deine Familie weg wäre?" Verdammt harte Fragen, die einen noch tiefer zu wahrem Selbstwert führen. Sich selbst einmal diese Fragen stellen, kann einem viel über sich sagen. Nur gehen die wenigsten so weit. Lernt euch selbst erst einmal so tief kennen, DANN könnt ihr euch auch dazu aufmachen,euch selbst lieben zu lernen. Vorher wisst ihr nicht einmal, was ihr da "liebt", dementsprechend kann es auch kaum zu wirklichem Selbstwert führen. Findet zu euch selbst, zu dem was euch echt und wertvoll macht. So werdet ihr auch leichter Situationen und Momente überstehen, in denen alles in Chaos und Verwirrung zusammenbrechen zu scheint. Und wenn ihr lernt, mit euch glücklich zu sein, völlig unabhängig von allem Äußeren, dann habt ihr auch wirklich eure OneItIs überwunden. Ihr werdet dann begreifen, dass es gar keinen anderen logischen Weg gibt, als den zu sich selbst. Wir leben unser ganzes Leben nur mit uns, auch wenn uns einige Menschen kurze Stücke unseres Lebens begleiten, wir laufen doch immer alleine. Wir erleben alles aus unserer Perspektive und irren oft Dingen nach, die uns nur Leid bringen. Begebt euch auf die größte Reise, die ein Mensch gehen kann, die zu sich selbst, und ihr werdet wirklichen Halt und Sicherheit in euch finden. Ihr braucht dann keine anderen Menschen, die euch Liebe geben, ihr liebt einfach selber, ohne etwas zurück zu erwarten, ohne Hoffnungen oder Ängste, Völlig frei. Weil ihr erkennt, dass wenn man alle Wesen auf da "runterbricht", was sie wirklich sind, sich niemand von euch unterscheidet. Und alle teilen dasselbe Leid, wenn sie dem Ego und seinen irreführenden Wünschen unterliegen. Dann werdet ihr auch nie wieder der Illusion anheim fallen, es gäbe einen Menschen, der euch aus eurem Leid herausholen könnte, euch befreien und glücklich machen könnte. Ihr könnt glücklich sein, mit anderen Menschen, natürlich. Aber erst, wenn ihr auch wirklich glücklich mit euch seid. Und dazu müsst ihr euch selbst kennen lernen. Ein OneItIs wird damit viel mehr als nur eine "Fixierung auf eine Person", die "Eine-wie-keine-Seuche" usw. Ein OneItIs wird damit die Chance, sein Leben und sich selbst zu verstehen und wirklich glücklich zu werden. Das Streben nach Glück im Äußeren kann dort nicht hinführen, wendet euch nach innen und lernt von diesem Streben loszulassen. Nachdem ich dies gelesen habe, konnte ich nachts nicht schlafen. Ständig hatte ich diese Wörter im Kopf und dachte mir nur: Verdammt, da steckt so viel Wahrheit dahinter! Jörg ist mein OneItIs. Eine Illusion. Schön geredet und verinnerlicht. Wie es dazu kommen konnte ist bei mir denke ich einfach deswegen, weil Jörg der erste ist, auf den ich mich eingelassen habe, der erste, den ich richtig gedated habe, der erste Kerl, bei dem ich alleine geschlafen habe, und natürlich der erste MIT dem ich geschlafen habe. Vieles schien mir komisch, doch letzendlich habe ich mir trotdem eingeredet es sei auf eine unperfekte Weise perfekt. Und selbst nachdem er mich so arschig behandelt hatte, wäre ich bei der nächstbesten Gelegenheit sofort zu ihm zurück. Wieso? Warum ich so an ihm hänge? Ja, ich finde mittlerweile, dass er unglaublich gut aussieht. Aber das ist noch lange kein Grund dafür. Nein, ich habe mir alles schön geredet, in meinen Augen hatte er keine schlechten Eigenschafte, ich habe das dann als Macken abgetan, die schließlich jeder hat. Doch er hat nicht nur Macken, er hat ne Vollklatsche. Anders kann man es gar nicht sagen, wenn er mich gehen lassen konnte, mich so behandeln konnte. Ich werde nicht mehr um dich weinen, Jörg. Denn du hast recht, ich habe was Besseres verdient. Niemanden möchte ich mehr lieben als mich selbst. Denn ich bin die einzigste, mit der ich auskommen muss. Zu denken wir sollten Freunde bleiben ist Unsinn. Ja ich finde deinen Humor nach wie vor toll, doch nur weil ich gut mit dir lachen kann, ändert das nichts an deiner assozialen, arschigen Art. Sicher stecken da familiäre Sachen bei dir dahinter, doch das ändert nichts an der Tatsache. Ich bin Spenzer verdammt dankbar für den Text. Er ist nicht eins zu eins auf mich übertragbar oder so. Aber ja, er hat mir die Augen geöffnet. Heute bin ich durch ein Mohnfeld bei uns ums Eck spaziert, bis hin zu einer alten, verfallenen Hütte, die ich beim Joggen immer gesehen habe. Es war wunderschön. Ich blieb bis zum Sonnenuntergang. Und mir wurde bewusst, wie schön die Welt sein kann, wenn man seine Augen nicht davor verschließt und dass es für mich noch so viel zu erlben gibt. Ich möchte wieder ins Ausland. Ich bin wieder in der Lage zu träumen. Ich werde den Stall in Schottland anschreiben, ob ich über den Sommer kommen kann. Denn das wäre jetzt glaube ich genau das Richtige, um zu mir selbst zu finden. Um, so shräg da klingt, Seelenfrieden zu finden und wieder zu Leben.
13.6.14 20:42
 
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